Wasser ist gesund

von Ben Trinks

… oder etwa nicht?

Wir sollen täglich etwa 2 Liter Wasser trinken, denn Wasser braucht unser Körper für seinen Stoffwechsel, für unsere Organe, für unseren Kreislauf und unser Wohlbefinden. Wasser ist also gesund. Und gerade in unserer Region, Chemnitz und Umgebung, ist das Leitungswasser gesund. So heißt es. Die Frage ist – ist dem wirklich so?

Regelmäßige Kontrollen sind Pflicht

Prinzipiell ist unser Leitungswasser in Chemnitz und Umgebung sehr gesund. Davon sind viele unter uns nach wie vor überzeugt. Und so wird es auch mittels Aufschlüsselung der Inhalte durch unsere Energiewerke bestätigt.

Dass diese Qualität erhalten bleibt, dafür sorgen Beauftragte und Kontrolleure gemäß der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) von 2001. Entsprechend der Änderungen von 2010 und 2011 müssen private Haushalte mindestens aller drei Jahre auf Legionellen überprüft werden. Gewerblich bereitgestelltes Trinkwasser muss sogar jedes Jahr kontrolliert werden. Legionellen verursachen u. a. Lungenentzündungen oder auch das grippeähnliche Pontiac-Fieber. Werden die gesetzlich zulässigen Werte überschritten, muss dies unverzüglich dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. Außerdem müssen Untersuchungen zur Ursachenfindung veranlasst, eine Gefährdungsanalyse erstellt und Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der betroffenen Verbraucher geschaffen werden.

Gesundheitsgefährdend können sich jedoch auch die im Haus installierten Rohre und Leitungen auswirken, wenn sie nicht hinreichend gewartet oder saniert werden. Chemische Stoffe wie Kupfer, Nickel oder Blei können durch Korrosions- und andere Witterungsprozesse ins Trinkwasser gelangen.

Die Nitratbelastung im Grundwasser ist ein weiteres Kriterium, das die Trinkwasserqualität herabsetzt. Deutschland ist im vergangenen Jahr von der EU-Kommission verklagt worden, weil das Wasser durch die zu hohe Belastung mit Nitraten teuer gereinigt werden muss und diese Preise an den Verbraucher weiter gereicht wurden.

Zuständigkeiten für die Trinkwasserqualität

Es sind also viele Kriterien, die die Qualität unseres Trinkwassers beeinflussen und geprüft werden müssen. Dass dies eingehalten wird, dazu sind die zuständigen Gesundheitsämter verpflichtet. Deren Kontrolleure begutachten die Anlagen in den Häusern und entnehmen Wasserproben. Übergeordnet überwacht die Landesdirektion die Kontrollen bzw. als oberste Instanz das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz.

Wer hinsichtlich der Frage, ob unser Leitungswasser nun ein gesundes und gutes Trinkwasser ist, auf Nummer sicher gehen will, kommt im Ernstfall nicht darum, das Wasser abzukochen. Eigens eingebaute Filteranlagen eignen sich laut Testverfahren nicht, nicht als Trinkwasser geeignetes Leitungswasser im Nachhinein aufzubereiten. Durch Anwendungsfehler könne es hierdurch zu einer weitaus höheren Schadstoffbelastung kommen als ohne die Nachbereitung.

Wie so häufig müssen wir Endverbraucher schließlich selbst entscheiden, welches Wasser wir trinken. Und letzen Endes auch, wieviel…

 

Quellen:    http://www.freiepresse.de/RATGEBER/HAUS-GARTEN/Abwasser-im-Fokus-Von-Arznei-Rueckstaenden-und-Nitrat-Lasten-artikel9863842.php   https://www.gesunde.sachsen.de/5260.html

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