Stimmt – stimmt nicht…

Was wir glauben und was nicht richtig ist

Immer wieder hören wir von Meinungen, welche Rechte und Pflichten Mieter und Vermieter haben. Tatsächlich fühlen wir uns mit unseren Meinungen im Recht, weil es uns logisch und nur so realistisch umsetzbar erscheint. Aber wie verhält es sich wirklich?

Wann beginnt der Mietvertrag?

Der Mietvertrag beginnt mit dem Zeitpunkt der Unterschrift auf genau diesem Vertrag. Das bedeutet, ab jetzt muss man beim Zurücktreten vom Vertrag eine Kündigungsfrist einhalten. Oft genug kommt es vor, dass Kunden nach der Unterzeichnung des Mietvertrages für die von ihnen gewünschte Wohnung eine vermeintlich noch viel bessere finden. Zu spät! Denn der Vertrag ist mit der Unterschrift bindend.

Etwas anders verhält es sich mit der Zahlung der Mietkosten. Diese können vom Datum der Unterschrift im Vertrag abweichen, welches wiederum schriftlich darin festgehalten und durch die rechtsgültige Unterschrift damit ebenfalls bindend ist. Hier sind die meisten Vermieter sehr kulant und verlangen die Zahlung der Mietkosten erst mit dem Einzug in das neue Heim.

Wann endet der Mietvertrag?

Er endet prinzipiell erst dann, wenn die Kündigungsfrist abgelaufen ist. Die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate. Auch hier zählt wieder das Datum der Unterschrift, dieses Mal der Unterschrift auf der Kündigung. Kaum ein Vermieter wird von den gesetzlichen Vorgaben in diesem Fall abweichen. Das bedeutet, als Mieter sind Sie verpflichtet, bis zum letzten Tag die Pflichten Ihres Mietvertrages einzuhalten und auch Ihre Mietkosten bis dahin exakt zu begleichen. An der Stelle hilft es Ihnen leider auch nicht, wenn Sie Ihrem Vermieter zeitnah einen Nachmieter präsentieren, um einer möglichen Doppelbelastung mit Ihrem neuen Zuhause zu entkommen. Der Vermieter muss den Nachmieter nicht akzeptieren.

Wann erhalten Sie die Rückzahlung Ihrer Kaution?

Genau so wenig muss der Vermieter Ihrer gekündigten Wohnung Ihre hinterlegte Kaution mit den noch offenen Mietschulden verrechnen. Denn diese ist dazu da, eventuelle Schäden, die Sie in Ihrer Mietzeit möglicherweise verschuldet haben, begleichen zu können.

Über den Zeitpunkt der Rückzahlung gibt es leider keine einheitliche Rechtsprechung. Der Vermieter kann laut geltendem Recht nicht in Verzug mit der Rückzahlung Ihrer Kaution geraten. Oftmals werden hinterlegte Kautionen mit der Abrechnung der Betriebskosten verrechnet, was für Sie mit einer entsprechend niedrigeren oder auch höheren Rückzahlung verbunden sein kann, aber – wie bereits erwähnt – auch nur dann, sollten keine Schäden entstanden sein, für die die Kaution dann herhalten muss.

Und außerdem …

… hat der Vermieter kein Recht, einen Zweitschlüssel für Ihre angemietete Wohnung für seine Zwecke aufzuheben. Er darf Ihre Wohnung ohne vorherige Ankündigung nicht betreten und das auch nur dann, wenn Sie zuhause sind. Anderenfalls stört er Ihre Privatsphäre und dies ist rechtlich nicht zulässig.

Sollten Sie sich einmal wundern, warum Ihr Nachbar möglicherweise keine Mieterhöhung erhalten hat, während Sie diese gerade frisch in den Händen halten, kann es daran liegen, dass der Vermieter Ihres Nachbarn ein anderer ist oder, wenn es sich um ein und denselben Vermieter handelt, dieser nicht alle Mieter gleich behandeln muss. Ihre Situation ist stets individuell zu betrachten.

Quelle:  http://www.zuhause.de/mietrecht-die-groessten-irrtuemer-und-mythen/id_46992230/index

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