Sind Arbeitszimmer steuerlich absetzbar?

Vermieter hatten keine Chance

Arbeiten Sie eher von Zuhause aus? Oder fahren Sie jeden Tag ins Büro?

Für viele, die sich ihr Arbeitszimmer zuhause eingerichtet haben, wäre es eine steuerliche Erleichterung, wenn sie dieses von ihrer Einkommenssteuer absetzen könnten. Die täglich zur Arbeit gefahrenen Kilometer gehen schließlich auch in die Werbungskosten ein.

Aber der Bundesfinanzhof bleibt hart. Ein Vermieterehepaar hatte beim Finanzgericht Klage eingereicht, nachdem das örtliche Finanzamt die angesetzten Kosten für ihr Arbeitszimmer nicht gewähren wollte. Das Ehepaar gab an, zu 60% seine Immobilien von diesem Zimmer aus zu verwalten. Die übrigen 40% nutzten sie gemäß ihren Angaben den Raum auch privat. Das Finanzgericht erkannte den Fall an und gab den Immobilienbesitzern Recht.

Bundesfinanzhof griff die Angelegenheit neu auf

Im Jahr 2013 schaltete sich der Bundesfinanzhof nun neu ein. Denn das Finanzgericht hatte sich mit seinem Urteil zugunsten der Vermieter gegen die bisherige Rechtsprechung der obersten Finanzbehörde gestellt. Diese bestätigte Ende Januar 2016 nun ihre eigene Rechtsprechung. Damit sind die Auflagen, um das häusliche Arbeitszimmer von der Einkommenssteuer abzusetzen, weiterhin sehr streng. Ein Arbeitszimmer im häuslichen Bereich lässt sich nur dann steuerlich ansetzen, wenn es nachweislich (!) zu mehr als 90% für die Arbeit, d. h. für den Beruf, mit dem man sich seinen Lebensunterhalt verdient, genutzt wird. Je nach Größe des Zimmers kann es dann prozentual in die Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben mit hineingenommen werden. Das Gleiche gilt für sämtliche anfallende Nebenkosten, wie Heizkosten, Grundsteuer, Instandsetzungen, Wasser und Abwasser usw.

Die Fakten sind:

Es reicht also nicht, hauptsächlich von zuhause aus zu arbeiten. Erst recht nicht, wenn Sie noch irgendwo ein Büro haben. Wenn Sie z. B. – wie oben – Vermieter einer oder mehrerer Immobilien sind und diese in Ihrem häuslichen Arbeitszimmer verwalten, sonst jedoch einer völlig anderen beruflichen Tätigkeit nachgehen, brauchen Sie es gar nicht erst versuchen, die Kosten für Ihr häusliches Arbeitszimmer überhaupt irgendwo absetzen zu wollen. Außendienstmitarbeiter beispielsweise haben es dahingehend einfacher, weil sie häufig ihr Büro zuhause haben und, wenn sie nicht gerade unterwegs zum Kunden sind, auch nur die Möglichkeit des Home-Office haben. In diesen und ähnlich gearteten Fällen können jährlich bis zu 1.250,00 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Wenn Sie nachweisen können, dass sich Ihr gesamter beruflicher Alltag in Ihrem Home-Office abspielt, ist diese Pauschale für Sie nicht bindend. Am sichersten sind Sie, wenn Sie Ihr Arbeitszimmer von einem Finanzbeamten abnehmen lassen. Denn die für die Behörde passenden Nachweise zu erbringen, erscheint uns eher schwierig.

 

Quelle:  http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/steuern/bfh-urteil-strenge-bedingungen-bleiben/12883516-2.html

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