Schimmel in der Wohnung?

Kein unbedingter Grund zur Räumung der Wohnung

Schimmel oder der sogenannte Hausschwamm machen sich ohne die geeigneten Interventionen im gesamten Haus breit und ruinieren es vor allem. Je eher Abhilfe geschaffen wird, um so geringer ist der Aufwand und sind die Kosten, um den lästigen Pilz zu beseitigen.

Für Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses gibt es an der Stelle keine Frage: Soforthilfe muss her. In einem Mehrfamilienhaus wird es hier schon schwieriger. Der Vermieter muss aktiv werden, der Mieter muss mitspielen.

Muss er?

Diese Frage hatte der Bundesgerichtshof jetzt zu verhandeln. Der Mieter einer Dachgeschosswohnung sollte zur Beseitigung des Hausschwamms aus dem Gebälk seiner Wohnung dieselbe räumen. Zunächst für Notmaßnahmen. Für diese zog er vorübergehend in ein Hotel. Daraufhin sollten weitere Maßnahmen zur endgültigen Beseitigung des Hausschwamms getätigt werden. Jetzt gewährten die Mieter der fraglichen Wohnung den Handwerkern der Vermieterin jedoch keinen Zutritt zur Wohnung. Diese reagierte mit der fristlosen Kündigung.

Allerdings ist diese nicht so einfach zu rechtfertigen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass zur Durchsetzung der Kündigung die einzelnen, zu ergreifenden Maßnahmen benannt werden müssen. Damit soll das Landgericht bewerten und entscheiden, ob die Vermieterin zu einer Räumungsklage berechtigt ist, wenn die Mieter sich weigern, Zutritt zu der vom Schimmel und Schwamm befallenen Wohnung für die erforderlichen Baumaßnahmen durch Fachleute zu gewährleisten.

Hop oder top

Es gibt demnach noch kein geltendes Urteil. Trotzdem wurde mit der Entscheidung des BGH klar gestellt: es gibt kein hop oder top. Mieter können sich nicht ohne Weiteres weigern, die Wohnung zu räumen, um diese zu erhalten. Damit werden die wirtschaftlichen Ansprüche der Eigentümer des Hauses oder der Wohnung gewahrt. Allerdings können diese auch nicht ohne ausreichende Begründung eine Räumungsklage geltend machen.

Urteil vom 15. April 2015 – VIII ZR 281/13

Quelle: Pressestelle des Bundesgerichtshofes

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